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    Miguel Santos|Growth

    Miguel Santos is the founder of Quota Engine with over 8 years of experience in B2B sales and revenue operations across DACH markets. He has helped 50+ companies build predictable sales pipelines and has generated over 10,000 qualified meetings for clients ranging from startups to Fortune 500 enterprises.

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    Vertriebsteam Outsourcen: Der ultimative Guide für B2B-Unternehmen 2026

    Der Aufbau eines leistungsstarken Vertriebsteams ist eine der größten Herausforderungen für B2B-Unternehmen. Die Zahlen sprechen für sich: Die durchschnittlichen Kosten für die Einstellung eines Senior Sales Managers im DACH-Raum betragen 25.000-40.000 Euro, die Time-to-Productivity liegt bei 6-9 Monaten, und die Fluktuationsrate im Vertrieb erreicht 35% pro Jahr. Eine Studie von SaaS Capital zeigt, dass fast 60% der Scale-ups das Recruiting qualifizierter Vertriebsmitarbeiter als ihre größte Wachstumsbremse identifizieren.

    Gleichzeitig steigen die Anforderungen an moderne Vertriebsteams kontinuierlich. Käufer erwarten hochspezialisierte Expertise, Multi-Channel-Kompetenz, technisches Verständnis und beratende Fähigkeiten. Der traditionelle "Hunter-Verkäufer" reicht nicht mehr aus. Unternehmen brauchen SDRs für Outbound-Prospecting, Account Executives für Closing, Customer Success Manager für Retention, Sales Engineers für technische Demos, Sales Operations für Prozesse und Analytics – ein komplexes Ökosystem spezialisierter Rollen.

    Das Outsourcen des Vertriebsteams bietet eine radikale Alternative zum traditionellen Aufbau interner Teams. Statt Monate mit Recruiting zu verbringen und Hundertausende in Gehälter zu investieren bevor der erste Euro Umsatz generiert wird, können Unternehmen auf etablierte, spezialisierte Vertriebsteams zugreifen, die sofort produktiv sind. Von einzelnen SDRs bis zu kompletten Full-Cycle-Sales-Teams – moderne Outsourcing-Modelle bieten Flexibilität, Expertise und Skalierbarkeit.

    In diesem umfassenden Guide erfahren Sie alles über das Outsourcen von Vertriebsteams: welche Modelle existieren, wie Sie den richtigen Partner auswählen, welche Kostenstrukturen zu erwarten sind, wie Sie die Zusammenarbeit erfolgreich gestalten und welche Fallstricke zu vermeiden sind. Wir beleuchten sowohl die strategischen als auch die operativen Aspekte, speziell zugeschnitten auf die Anforderungen des DACH-Marktes.

    Was bedeutet Vertriebsteam Outsourcen und warum ist es wichtig?

    Vertriebsteam Outsourcen bezeichnet die strategische Auslagerung von Vertriebsfunktionen an spezialisierte externe Anbieter, die dedizierte Vertriebsmitarbeiter oder komplette Teams bereitstellen. Im Gegensatz zu projektbasierter Lead-Generierung handelt es sich um eine strukturierte, oft langfristige Partnerschaft, bei der externe Vertriebsprofessionals als verlängerter Arm Ihres Unternehmens agieren.

    Die Bedeutung dieses Ansatzes hat in den letzten Jahren exponentiell zugenommen. Der globale Markt für Sales-Outsourcing wird auf über 100 Milliarden Dollar geschätzt und wächst jährlich um 15-20%. Dieser Boom ist getrieben durch fundamentale Veränderungen in der Arbeitswelt: Remote-Arbeit ist zur Normalität geworden, geografische Grenzen haben an Bedeutung verloren, und Unternehmen haben erkannt, dass physische Präsenz weniger wichtig ist als Expertise und Resultate.

    Für B2B-Unternehmen im DACH-Raum ist Team-Outsourcing besonders relevant aus mehreren Gründen: Erstens der akute Fachkräftemangel – qualifizierte Vertriebsmitarbeiter mit DACH-Marktkenntnis, relevanter Branchenexpertise und den notwendigen Sprachkenntnissen sind extrem rar. Zweitens die steigenden Personalkosten – All-in-Kosten für erfahrene Sales-Professionals im DACH-Raum gehören zu den höchsten weltweit. Drittens die Notwendigkeit schneller Skalierung – in volatilen Märkten müssen Unternehmen agil sein und Vertriebskapazitäten schnell hoch- und runterfahren können.

    Das Outsourcen des Vertriebsteams transformiert die Economics fundamental. Von einem kapitalintensiven Fixed-Cost-Modell (feste Gehälter, unabhängig von Performance) zu einem flexiblen Variable-Cost-Modell (oft kombiniert aus Grundgebühr und Performance-Boni). Von langen Vorlaufzeiten (Recruiting 3-6 Monate, Onboarding weitere 3-6 Monate) zu sofortiger Produktivität (ein erfahrenes ausgelagertes Team kann innerhalb von Wochen operative Resultate liefern).

    Die strategischen Vorteile sind vielfältig: Zugang zu spezialisierter Expertise (der Outsourcing-Partner hat möglicherweise hunderte ähnliche Projekte durchgeführt), Risikominimierung (keine langfristigen Arbeitsverträge, flexible Skalierung), Fokus auf Core Business (Ihr Management kann sich auf Produkt und Strategie konzentrieren statt Vertriebsmanagement), schnellere Markterschließung (besonders wertvoll bei internationaler Expansion), und kontinuierliches Benchmarking (Outsourcing-Partner bringen Best Practices aus verschiedenen Kunden mit).

    Wie unterscheidet sich ein ausgelagertes von einem internen Vertriebsteam?

    Der fundamentalste Unterschied liegt in der Beschäftigungsstruktur und Verantwortlichkeit. Ein internes Team besteht aus Ihren direkten Angestellten – Sie tragen volle Arbeitgeber-Verantwortung, zahlen Gehälter, Benefits, Sozialabgaben und managen alle HR-Aspekte. Ein ausgelagertes Team wird vom Outsourcing-Partner angestellt und gemanaged. Sie kaufen Kapazität und Resultate, nicht Personen.

    Die Kostenstruktur unterscheidet sich fundamental. Ein interner Senior Account Executive im DACH-Raum kostet all-in (Gehalt, Sozialabgaben, Benefits, Bonus, Overhead, Tools, Training) schnell 120.000-180.000 Euro pro Jahr – unabhängig davon, ob er Quota erreicht. Ein ausgelagerter AE wird typischerweise über ein kombiniertes Modell abgerechnet: Monatliche Grundgebühr (3.000-8.000 Euro) plus Performance-Boni (basierend auf Meetings, Pipeline, Closed Deals). Dies bedeutet, dass ein substanzieller Teil der Kosten direkt an Erfolg gekoppelt ist.

    Hinsichtlich Speed-to-Market haben ausgelagerte Teams einen klaren Vorteil. Der Aufbau eines internen Teams von null auf produktiv dauert realistisch 12-18 Monate: 3-6 Monate Recruiting, 2-3 Monate Onboarding, weitere 6-9 Monate bis zur vollen Produktivität. Ein ausgelagertes Team kann innerhalb von 4-8 Wochen operative Ergebnisse liefern, da es aus erfahrenen Professionals besteht, die bewährte Prozesse, etablierte Tools und sofort anwendbare Playbooks mitbringen.

    Die Expertise und Spezialisierung ist oft auf Seiten des ausgelagerten Teams. Während interne Mitarbeiter Ihr spezifisches Produkt perfekt kennen, haben externe Teams möglicherweise hunderte ähnliche Sales Cycles durchgeführt. Sie kennen Best Practices, verstehen was funktioniert und was nicht, haben Zugang zu modernsten Tools und Methoden. Besonders bei Expansion in neue Märkte oder Segmente ist diese Erfahrung Gold wert.

    Flexibilität und Skalierbarkeit sind beim Outsourcing deutlich höher. Sie können die Team-Größe schnell anpassen – von 2 SDRs auf 10 hochskalieren für eine intensive Kampagne, dann wieder runterskalieren. Bei internen Teams bedeutet Downsizing schwierige Kündigungen, rechtliche Risiken und Reputationsschäden. Diese Agilität ist in volatilen Märkten von unschätzbarem Wert.

    Allerdings gibt es auch strukturelle Nachteile ausgelagerter Teams. Die Loyalität und emotionale Bindung zum Unternehmen ist naturgemäß geringer. Ausgelagerte Mitarbeiter arbeiten typischerweise für mehrere Kunden parallel oder nacheinander – Sie sind eines von mehreren Projekten, nicht das einzige. Die Produkt- und Unternehmenskenntnis ist schwächer, besonders bei komplexen technischen Lösungen. Das kulturelle Alignment kann herausfordernd sein, besonders wenn das Outsourcing-Team in einer anderen Zeitzone oder Kultur sitzt.

    Die Kontrolle unterscheidet sich ebenfalls. Bei einem internen Team haben Sie direkte Management-Autorität – Sie können Prozesse, Prioritäten und Aktivitäten direkt steuern. Bei einem ausgelagerten Team managen Sie über den Outsourcing-Partner – Sie definieren Ziele und Erwartungen, aber der Partner managed die day-to-day Execution. Dies erfordert ein anderes Management-Mindset: weniger Mikromanagement, mehr Outcome-basierte Steuerung.

    Welche verschiedenen Outsourcing-Modelle für Vertriebsteams gibt es?

    Dedicated SDR/BDR Teams sind das am weitesten verbreitete Modell. Der Outsourcing-Partner stellt dedizierte Sales Development Representatives, die ausschließlich für Ihr Unternehmen arbeiten. Sie fokussieren sich auf Top-of-Funnel-Aktivitäten: Prospecting, Outbound-Outreach, Lead-Qualifizierung und Terminvereinbarung. Sobald ein qualifizierter Lead bereit für ein Verkaufsgespräch ist, wird er an Ihr internes Closing-Team übergeben. Dieses Modell eignet sich hervorragend um eine konstante Pipeline zu generieren ohne die Kosten eines vollen internen SDR-Teams.

    Full-Cycle Account Executive Teams gehen weiter und übernehmen den gesamten Verkaufsprozess – von der ersten Kontaktaufnahme über Discovery und Demo bis zu Verhandlung und Closing. Dies ist das umfassendste Modell und eignet sich besonders für: Neue Markterschließung (Sie expandieren in den DACH-Raum und haben noch keine lokale Sales-Präsenz), neue Produktlinien (Sie lancieren ein neues Produkt und wollen nicht Ihr bestehendes Team ablenken), oder temporäre Skalierung (Sie haben einen großen Deal-Flow und brauchen zusätzliche Closing-Kapazität).

    Hybrid-Modelle kombinieren ausgelagerte und interne Ressourcen strategisch. Ein gängiges Modell: Das ausgelagerte Team fokussiert auf SMB und Mid-Market mit relativ standardisiertem Sales Process und niedrigeren Deal-Sizes, während Ihr internes Team Enterprise-Deals mit komplexen Requirements und höheren Werten bearbeitet. Ein anderes Hybrid-Modell: Ausgelagerte SDRs für Lead-Gen, interne AEs für Closing. Dies maximiert Effizienz beider Ressourcen.

    On-Demand Teams bieten maximale Flexibilität. Sie "buchen" Vertriebskapazität für spezifische Zeiträume oder Projekte. Beispiel: Sie haben eine große Produktlancierung und brauchen für 3 Monate intensive Outbound-Aktivität – Sie engagieren ein On-Demand-Team für diesen Zeitraum. Nach Projektende keine weitere Verpflichtung. Dies eignet sich für projektbasierte Needs, Saisongeschäft oder Testing neuer Segmente.

    Managed Service Provider (MSP) Modelle gehen über reine Personenbereitstellung hinaus. Der MSP übernimmt nicht nur das Team, sondern auch strategische Verantwortung: Entwicklung der Go-to-Market-Strategie, Auswahl und Implementierung des Tech-Stacks, Prozess-Design, Performance-Management, kontinuierliche Optimierung. Dies ist fast wie ein ausgelagerter VP of Sales. Es eignet sich für Unternehmen, denen es an Sales-Leadership-Kapazität fehlt oder die schnell in komplexe neue Märkte expandieren möchten.

    Nearshore vs. Offshore Teams unterscheiden sich nach Lokation. Nearshore bedeutet geografisch nahe – für DACH-Unternehmen könnte dies Polen, Tschechien oder Balkan-Länder sein. Vorteile: Ähnliche Zeitzone, kulturelle Nähe, moderate Kosteneinsparungen (30-50% günstiger als lokale Teams), oft gute Deutschkenntnisse. Offshore bedeutet weit entfernt – beispielsweise Indien, Philippinen oder Lateinamerika. Vorteile: Massive Kosteneinsparungen (60-80% günstiger), großer Talent-Pool. Nachteile: Zeitzonenprobleme, kulturelle Unterschiede, oft schwächere Sprachkenntnisse. Für den DACH-Markt mit seinen Sprachanforderungen und kulturellen Besonderheiten ist Nearshore typischerweise besser geeignet.

    White-Label vs. Branded Teams unterscheiden sich in der Außendarstellung. White-Label bedeutet, das ausgelagerte Team tritt komplett unter Ihrem Brand auf – nutzt Ihre E-Mail-Domains, Ihre Signatur, Ihre LinkedIn-Profile. Für Prospects ist nicht erkennbar, dass es sich um ein externes Team handelt. Branded bedeutet, das Team ist transparent als Partner-Team gekennzeichnet. White-Label bietet konsistentere Markenwahrnehmung, Branded mehr Transparenz. Im DACH-Raum, wo Authentizität geschätzt wird, kann übrigens auch Branded erfolgreich sein wenn es gut kommuniziert wird.

    Was sind die Best Practices für erfolgreiches Team-Outsourcing?

    Die sorgfältige Partner-Auswahl ist der kritischste Erfolgsfaktor. Evaluieren Sie nicht nur Kosten, sondern mehrere Dimensionen: Branchenerfahrung (hat der Partner nachweisbare Erfolge in Ihrer Industrie?), Marktkenntnis (versteht er die Besonderheiten des DACH-Marktes?), Team-Qualität (welches Kaliber von Sales-Professionals stellt er bereit?), Prozesse und Methodik (arbeitet er mit bewährten Frameworks wie MEDDIC, SPIN?), Technologie-Stack (nutzt er moderne Tools?), Reporting und Transparenz (wie wird Performance gemessen und kommuniziert?). Verlangen Sie detaillierte Case Studies und sprechen Sie mit mindestens 3-5 Referenzkunden.

    Investieren Sie massiv ins initiale Onboarding. Die ersten 3-4 Wochen sind entscheidend für den langfristigen Erfolg. Das ausgelagerte Team muss Ihr Produkt, Ihre Value Proposition, Ihre idealen Kundenprofile und Ihre Wettbewerbsposition tiefgehend verstehen. Planen Sie: Mehrtägige intensive Produktschulungen (nicht nur PowerPoint, sondern hands-on Product-Experience), Markt- und Wettbewerbs-Briefings, Shadowing erfolgreicher interner Sales Calls, ausführliche Q&A-Sessions mit Product-Experten, Zugang zu umfangreicher Dokumentation (Sales Playbooks, Battle Cards, Case Studies, FAQs). Ein gut onboardetes Team ist 3-4x produktiver.

    Definieren Sie kristallklare Ziele, KPIs und SLAs von Anfang an. Was genau erwarten Sie? Anzahl qualifizierter Meetings pro Monat? Spezifischer Pipeline-Value? Tatsächlich closed Deals? Welche Qualitätskriterien muss ein "qualifizierter Lead" erfüllen – nutzen Sie Frameworks wie BANT oder MEDDIC zur Standardisierung. Definieren Sie auch Service Level Agreements: Response-Zeiten auf Leads, Reporting-Frequenz, Kommunikations-Rhythmus. Je spezifischer Ihre Erwartungen, desto besser kann der Partner liefern und desto objektiver können Sie Erfolg messen.

    Etablieren Sie enge Integration und Kommunikation. Das ausgelagerte Team sollte nicht als separate, externe Einheit operieren, sondern als integraler Teil Ihres Revenue-Teams. Praktische Maßnahmen: Wöchentliche Sync-Calls (in der Anfangsphase täglich), gemeinsame Slack/Teams-Channels für informelle Kommunikation, Zugang zu relevanten internen Meetings (Product Updates, Customer Success Learnings), regelmäßiges Shadowing und Reverse-Shadowing (externe und interne Kollegen hören gegenseitig ihre Calls zu), gemeinsame Dashboards in HubSpot oder Salesforce für Real-Time-Transparenz.

    Implementieren Sie rigorose Quality Assurance Prozesse. Das ausgelagerte Team repräsentiert Ihre Marke – schlechte Qualität schadet Ihrem Ruf. Etablieren Sie systematische QA: Regelmäßiges Review von Call Recordings (nutzen Sie Tools wie Gong oder Chorus), Analyse gesendeter E-Mails, Mystery-Shopping (lassen Sie sich selbst als Prospect kontaktieren um die Experience zu testen), strukturiertes Feedback-Giving, kontinuierliche Coaching-Sessions. In der Anfangsphase sollten 100% der Aktivitäten reviewed werden, später können Sie auf Sample-Basis wechseln.

    Nutzen Sie Performance-Orientierte Vertragsmodelle. Rein zeitbasierte Modelle (X Euro pro Monat, unabhängig von Resultaten) schaffen falsche Incentives. Rein erfolgsbasierte Modelle (nur Provision bei closed Deals) können zu Quantität-statt-Qualität führen. Ein ausgewogenes Modell kombiniert: Moderate monatliche Grundgebühr (deckt Basiskosten), attraktive Performance-Boni gekoppelt an verschiedene Metriken (qualifizierte Meetings, generierte Pipeline, closed Revenue). Stellen Sie sicher, dass die Incentive-Struktur mit Ihren strategischen Zielen aligned ist.

    Planen Sie einen strukturierten Ramp-Up mit realistischen Erwartungen. Auch ein erfahrenes ausgelagertes Team braucht eine Lernkurve. Planen Sie: Monat 1 primär Onboarding und Training (erwarten Sie noch keine vollen Resultate), Monat 2-3 erste operative Aktivitäten mit noch moderaten Zielen, ab Monat 4 volle Produktivität. Diese gestaffelte Erwartung verhindert Frustration und gibt dem Team Zeit, Momentum aufzubauen.

    Etablieren Sie kontinuierliches Lernen und Optimierung. Die initiale Strategie wird selten perfekt sein. Führen Sie regelmäßige Retrospektiven durch: Was funktioniert gut? Was nicht? Welche Messaging resoniert? Welche Segmente konvertieren am besten? Nutzen Sie diese Insights zur kontinuierlichen Verbesserung von Targeting, Messaging, Prozessen. Die besten Outsourcing-Partnerschaften sind echte Lerngemeinschaften mit beidseitigem Knowledge-Transfer.

    Welche häufigen Fehler sollten Sie beim Team-Outsourcing vermeiden?

    Der gravierendste Fehler ist Auswahl basierend primär auf Preis. Ein "billiges" ausgelagertes Team, das unqualifizierte Leads liefert oder Ihre Marke schlecht repräsentiert, vernichtet mehr Wert als es schafft. Es kann sogar Ihren Markt "verbrennen" – potenzielle Kunden werden mit schlechter Ansprache vergrämt und sind für zukünftige Kontaktversuche nicht mehr empfänglich. Die Differenz zwischen einem mittelmäßigen und einem exzellenten Outsourcing-Partner kann 3-5x in der Produktivität sein. Investieren Sie in Qualität.

    Viele Unternehmen machen den Fehler des unzureichenden Briefings und Onboardings. Sie übergeben dem Partner ein paar Slides und ein Datenblatt und erwarten, dass dieser sofort überzeugende Sales Conversations führen kann. Die Realität: Erfolgreicher B2B-Vertrieb erfordert tiefes Produktverständnis, Kenntnis typischer Use Cases, Antworten auf kritische Fragen, Verständnis von Wettbewerbern. Ein oberflächlich gebriefter Team wird generisch klingen und nicht überzeugen. Planen Sie 3-4 Wochen intensives Onboarding.

    Ein häufiger strategischer Fehler ist mangelnde Kontrolle über Lead-Qualität. Der Partner liefert viele Leads/Meetings, aber Ihr internes Closing-Team beschwert sich über schlechte Qualität. Dies entsteht durch: unklare Qualifizierungskriterien (was genau ist ein "qualifizierter Lead"?), falsche Incentive-Strukturen (Partner wird für Quantität bezahlt, nicht Qualität), fehlende Feedback-Loops (Partner erfährt nicht, was aus den übergebenen Leads wurde). Lösung: Glasklare BANT/MEDDIC-Kriterien, Quality-weighted Compensation, strukturiertes Feedback zu jedem Lead.

    Viele Unternehmen haben unrealistische Erwartungen bezüglich Timeline. Sie erwarten, dass ein ausgelagertes Team innerhalb von Wochen massive Pipeline generiert oder gar Deals closed. Die Realität: Auch mit einem erfahrenen Team braucht es Zeit. Im B2B mit längeren Sales Cycles sind 2-3 Monate für substanzielle Pipeline-Generierung und 6-12 Monate für signifikanten Revenue-Impact realistisch. Im DACH-Markt, wo Vertrauen und Beziehungen wichtig sind, ist Geduld besonders gefragt.

    Ein operativer Fehler ist unzureichende technologische Integration. Das ausgelagerte Team arbeitet in separaten Systemen, Daten werden manuell hin-und-her kopiert, es gibt keine Real-Time-Visibility. Dies führt zu: Datenverlust, Inkonsistenzen, verzögerten Follow-ups, mangelnder Transparenz. Best Practice: Das ausgelagerte Team arbeitet direkt in Ihrem CRM (HubSpot, Salesforce, Pipedrive), alle Aktivitäten werden dort dokumentiert, automatisierte Workflows für Übergaben, gemeinsame Dashboards.

    Viele Unternehmen vernachlässigen kulturelles und sprachliches Alignment. Sie engagieren ein günstiges offshore Team mit schwachen Deutschkenntnissen für den DACH-Markt. Das Resultat: Prospects merken sofort, dass der Anrufer nicht native ist, Akzent und Grammatikfehler untergraben Professionalität, kulturelle Missverständnisse führen zu awkward Interaktionen. Für den DACH-Markt: Insistieren Sie auf native oder near-native Sprachfähigkeiten und kulturellem Verständnis.

    Ein langfristiger strategischer Fehler ist vollständige Abhängigkeit ohne internen Capacity-Aufbau. Wenn Sie über Jahre Ihren gesamten Vertrieb auslagern ohne irgendwelches internes Know-how aufzubauen, schaffen Sie eine gefährliche Abhängigkeit. Wenn die Partnerschaft endet (was früher oder später passiert), stehen Sie ohne vertriebsfähiges Team und ohne etablierte Prozesse da. Besser: Nutzen Sie Outsourcing auch als Lernmöglichkeit – Ihr internes Team sollte Best Practices absorbieren und parallel eigene Kapazitäten aufbauen.

    Ein Kommunikationsfehler ist fehlende Transparenz zu Stakeholdern. Wenn Ihr Management, Board oder Investoren nicht verstehen, warum und wie Sie auslagern, kann dies zu Misstrauen führen. Kommunizieren Sie proaktiv: Warum outsourcen Sie? Was sind die strategischen Benefits? Wie wird Quality sichergestellt? Welche Metriken werden getrackt? Feiern Sie Erfolge und teilen Sie Learnings. Transparenz schafft Buy-In.

    Wie messen Sie den Erfolg eines ausgelagerten Vertriebsteams?

    Die Erfolgsmessung sollte mehrdimensional sein und verschiedene Arten von Metriken entlang des Sales Funnels kombinieren. Activity-Metriken bilden die Basis: Anzahl kontaktierter Accounts, Anzahl gesendeter E-Mails, Anzahl durchgeführter Calls, Anzahl LinkedIn-Kontakte. Während diese alleine wenig aussagen, sind sie wichtig um sicherzustellen, dass das Team die versprochene Aktivität liefert. Benchmarks für SDRs im B2B: 40-60 qualitative Outreaches pro Tag, 8-12 Gespräche pro Tag.

    Response- und Engagement-Metriken zeigen die Qualität der Ansprache. Tracken Sie: E-Mail Open Rate (Benchmark: 30-45%), E-Mail Response Rate (Benchmark: 3-10% im DACH-Raum), LinkedIn Connection Acceptance Rate (Benchmark: 20-35%), Positive Response Rate (Interesse signalisiert). Niedrige Raten deuten auf Probleme beim Targeting oder Messaging hin. Systematisch sinkende Raten können bedeuten, dass der Markt gesättigt wird.

    Meeting- und Lead-Metriken sind oft die primären vertraglichen KPIs. Messen Sie: Anzahl gebuchter Meetings, Anzahl stattgefundener Meetings (No-Show-Rate sollte unter 20% liegen – höher deutet auf Quality-Probleme hin), Anzahl Marketing Qualified Leads (MQL), Anzahl Sales Qualified Leads (SQL). Kritisch: Definieren Sie präzise, was einen SQL ausmacht – idealerweise mit BANT oder MEDDIC-Kriterien. Messen Sie auch die Lead-Acceptance-Rate – welcher Prozentsatz der vom Partner übergebenen Leads wird von Ihrem internen Team akzeptiert? Sollte über 80% liegen.

    Pipeline-Metriken zeigen den mittelfristigen Business-Impact. Tracken Sie: Anzahl erstellter Opportunities, Gesamtwert der generierten Pipeline (gesamt und durchschnittlich pro Opportunity), Pipeline-Entwicklung über Zeit, Conversion-Rate von SQL zu Opportunity (sollte 30-50% sein). Analysieren Sie auch Pipeline-Qualität: Wie weit kommen die Opportunities im Funnel? Wo fallen sie raus? Opportunities, die nie über Discovery hinaus kommen, deuten auf schlechte initiale Qualifizierung hin.

    Revenue-Metriken sind der ultimative Erfolgsindikator. Messen Sie: Anzahl Closed-Won-Deals attributiert zum ausgelagerten Team, Total Contract Value (TCV), Annual Recurring Revenue (ARR) bei SaaS, Customer Lifetime Value der gewonnenen Kunden. Berechnen Sie auch Win-Rate (Prozent der Opportunities, die zu Deals werden) – im B2B typischerweise 20-30%. Vergleichen Sie die Win-Rate von durch das ausgelagerte Team generierten vs. anderen Opportunities.

    Effizienz- und ROI-Metriken zeigen die wirtschaftliche Performance. Berechnen Sie: Cost per Lead, Cost per Meeting, Cost per Opportunity, Cost per Acquisition, ROI (Return on Investment), Payback Period. Ein praktisches Beispiel: Sie zahlen 15.000 Euro pro Monat für ein ausgelagertes SDR-Team (2 SDRs). Sie generieren 40 qualifizierte Meetings pro Monat, davon werden 15 zu Opportunities (38% Conversion), davon werden 4 zu Deals mit average Deal Size von 25.000 Euro. Monatlicher Revenue: 100.000 Euro. Bei 70% Gross Margin: 70.000 Euro Gross Profit. ROI: (70K - 15K) / 15K = 367% – ein exzellentes Ergebnis.

    Qualitative Metriken dürfen nicht vernachlässigt werden. Sammeln Sie systematisch Prospect-Feedback: Wie erleben potenzielle Kunden die Interaktionen mit dem ausgelagerten Team? Führen Sie gelegentlich "Post-Meeting-Surveys" durch. Nutzen Sie Quality Scoring: Lassen Sie Ihr internes Team jedes übergebene Meeting/Lead auf einer Skala 1-10 bewerten. Ein durchschnittlicher Score unter 7 deutet auf Quality-Probleme hin. Führen Sie auch Win/Loss-Analysen: Bei gewonnenen und verlorenen Deals, die vom ausgelagerten Team initiiert wurden – was waren die Erfolgsfaktoren bzw. Gründe für den Verlust?

    Time-to-Value ist besonders wichtig bei Team-Outsourcing. Tracken Sie: Nach wie vielen Wochen wurden die ersten qualifizierten Meetings geliefert? Nach wie vielen Monaten war das Team voll produktiv? Wie schnell wurden die ersten Deals closed? Vergleichen Sie dies mit Ihrer Benchmark für interne Hires. Ein ausgelagertes Team sollte deutlich schneller produktiv sein – wenn nicht, besteht die Frage, ob Sie wirklich vom Outsourcing profitieren.

    Welche Tools sollten Sie für ausgelagerte Vertriebsteams nutzen?

    Das CRM-System ist das zentrale Nervensystem und sollte von beiden – internem und ausgelagertem Team – genutzt werden. Salesforce bietet höchste Flexibilität und Skalierbarkeit, kann komplexe Sales-Prozesse abbilden und hat umfangreiche Integration-Möglichkeiten. Ideal für Enterprise-Unternehmen mit komplexen Requirements (100-300€ pro User pro Monat). HubSpot bietet die beste Balance aus Funktionalität und Usability, hat native Marketing-Integration und ist deutlich einfacher zu implementieren (45-150€ pro User pro Monat). Pipedrive ist fokussiert auf Deal-Management mit visueller Pipeline und sehr intuitiver Bedienung, ideal für SMB (15-100€ pro User pro Monat).

    Sales Engagement Platforms sind essentiell für SDR/BDR-Teams. Outreach und Salesloft sind die Enterprise-Marktführer mit umfangsreichsten Features: Multi-Channel-Sequenzen (E-Mail, Phone, LinkedIn, SMS), A/B-Testing von Messaging, Call-Recording und Coaching, E-Mail-Tracking und Analytics, Automatisches Task-Management, Meeting-Buchungs-Integration. Diese Tools können SDR-Produktivität um 200-400% steigern. Reply.io, Lemlist und Woodpecker sind günstigere Alternativen mit starkem Fokus auf E-Mail-Automation.

    Für Lead-Intelligence und Prospecting sind Datenbanken unverzichtbar. LinkedIn Sales Navigator ist Pflicht für B2B im DACH-Raum – ermöglicht präzises Targeting nach Firmengröße, Branche, Funktion, Seniority und liefert Insights zu Entscheidern (80€ pro User pro Monat). Apollo, Cognism und Lusha bieten verifizierte Kontaktdaten inklusive E-Mail-Adressen und Telefonnummern mit DSGVO-Compliance. ZoomInfo ist die umfangreichste (und teuerste) Option mit tiefsten Firmographic-, Technographic- und Intent-Daten.

    Communication und Collaboration Tools sind essentiell für die Koordination zwischen internem und ausgelagertem Team. Slack oder Microsoft Teams ermöglichen schnelle, informelle Kommunikation in gemeinsamen Channels. Loom ist perfekt für asynchrone Video-Updates – das ausgelagerte Team kann wöchentlich kurze Video-Updates aufnehmen statt lange E-Mails zu schreiben. Notion oder Confluence eignen sich für gemeinsame Dokumentation von Playbooks, FAQs, Battle Cards und Best Practices.

    Conversation Intelligence Platforms wie Gong und Chorus (jetzt Teil von ZoomInfo) revolutionieren Quality Assurance und Coaching. Sie zeichnen automatisch Sales Calls auf, transkribieren sie, und nutzen AI um Patterns zu identifizieren: Welche Gesprächsführung korreliert mit Won Deals? Werden die wichtigen Qualifizierungsfragen gestellt? Wie ist das Talk-to-Listen-Ratio? Diese Insights ermöglichen data-driven Coaching statt Bauchgefühl-basiertem Feedback. Besonders wertvoll bei ausgelagerten Teams, wo Sie nicht physisch präsent sein können.

    Analytics und Reporting Tools schaffen die notwendige Transparenz. Während CRM-Systeme Basis-Reporting bieten, ermöglichen spezialisierte BI-Tools tiefere Analysen. Tableau, Power BI oder Looker können Daten aus multiplen Sources konsolidieren und schöne, interaktive Dashboards erstellen. Klipfolio und Databox sind einfachere Alternativen. Für Sales-spezifische Analytics sind Clari und People.ai spezialisierte Platforms, die Pipeline-Gesundheit, Forecast-Accuracy und Rep-Performance tiefgehend analysieren.

    Termin-Koordinations-Tools wie Calendly, Chili Piper oder HubSpot Meetings eliminieren das ineffiziente E-Mail-Ping-Pong. Der Prospect kann direkt einen verfügbaren Slot im Kalender des Account Executives buchen. Chili Piper bietet zusätzlich intelligentes Routing – basierend auf Territory, Verfügbarkeit, Deal-Größe oder anderen Kriterien wird das Meeting automatisch dem richtigen AE zugewiesen. Dies ist besonders wertvoll wenn ausgelagerte SDRs Meetings für verschiedene interne AEs buchen.

    Contract und Proposal Management durch PandaDoc, Proposify oder GetAccept beschleunigen den Closing-Prozess. Diese Tools ermöglichen Erstellung professioneller, interaktiver Proposals mit integrierten Videos, ROI-Kalkulatoren und E-Signatur-Funktionalität. Sie tracken auch, wann und wie lange der Prospect das Proposal angeschaut hat – wertvolle Insights für Follow-up-Timing.

    Project Management und Accountability Tools wie Asana, Monday.com oder ClickUp helfen bei der Koordination zwischen Teams. Sie können dort gemeinsame Projekte tracken, Tasks zuweisen, Deadlines setzen und Progress monitoren. Besonders nützlich bei Hybrid-Modellen wo klare Verantwortlichkeiten und Übergaben wichtig sind.

    Wie sieht die Zukunft des Vertriebsteam-Outsourcings aus?

    Die Zukunft wird durch KI-Augmentation geprägt. Künstliche Intelligenz wird nicht menschliche Verkäufer ersetzen, aber massiv augmentieren. KI-Tools werden: ideale Zielkunden identifizieren basierend auf Lookalike-Modellen und Intent-Data, personalisierte Outreach-Messages generieren, optimale Kontaktzeiten berechnen, Echtzeit-Gesprächsunterstützung bieten (während eines Calls schlägt die KI vor, welche Frage als nächstes zu stellen ist), automatisch Follow-ups generieren, Deal-Scores berechnen. Outsourcing-Partner, die KI systematisch einsetzen, werden 2-3x produktiver sein.

    Outcome-Based Pricing wird dominieren. Statt Zeit- oder Capacity-basierter Modelle (X Euro für Y SDRs pro Monat) werden zunehmend rein erfolgsbasierte Verträge Standard. Der Outsourcing-Partner wird nur bezahlt für tatsächlich generierte qualifizierte Meetings, Pipeline oder sogar closed Revenue. Dies eliminiert das Risiko für den Käufer nahezu vollständig und schafft perfektes Incentive-Alignment. Gleichzeitig erfordert es von Outsourcing-Partnern extrem effiziente Prozesse und hohe Confidence in ihre Fähigkeiten.

    Hyperspezialisierung wird zunehmen. Statt generalistischer Sales-Outsourcing-Agenturen entstehen hochspezialisierte Nischen-Player – beispielsweise ein Partner, der sich ausschließlich auf den Vertrieb von HR-Tech-Lösungen an Mittelständler im DACH-Raum fokussiert. Diese Hyperspezialisierung ermöglicht tiefes Domain-Wissen, etablierte Beziehungen zu Entscheidern, vertikale Best Practices und deutlich höhere Conversion-Raten.

    Globale Talent-Clouds werden zugänglich. Die besten Outsourcing-Partner werden weltweit die besten Sales-Talente rekrutieren können, solange diese die notwendigen Sprachkenntnisse und Marktverständnis haben. Ein deutschsprachiger SDR mit Medizintechnik-Erfahrung kann in Lissabon, Buenos Aires oder Kapstadt sitzen und trotzdem effektiv für den DACH-Markt arbeiten. Diese globale Talent-Arbitrage ermöglicht Zugang zu exzellenten Professionals zu attraktiven Kosten.

    Revenue Operations (RevOps) as a Service wird das nächste große Ding. Zukünftige Outsourcing-Partner werden nicht nur Sales-Teams bereitstellen, sondern ganzheitliche RevOps-Services anbieten: Optimierung des gesamten Revenue-Prozesses von Marketing über Sales bis Customer Success, Design und Implementierung des Tech-Stacks, Data-Governance und Advanced Analytics, Forecast-Management, Kontinuierliche Prozess-Optimierung. Dies ist fast wie ein ausgelagerter Chief Revenue Officer mit komplettem Team.

    Embedded AI Sales Agents werden Routine-Tasks übernehmen. Einfache Outreach-Activities, FAQ-Beantwortung, initiale Qualifizierung, Meeting-Scheduling – dies wird zunehmend von AI-Agenten übernommen. Menschliche Verkäufer (sowohl interne als auch ausgelagerte) fokussieren sich auf komplexe, beziehungsintensive, strategische Aktivitäten. Im High-Touch-Enterprise-Vertrieb bleiben Menschen essentiell, im Transactional-SMB-Vertrieb übernehmen zunehmend AI-Agents.

    Transparenz und Ethical AI werden zu Differenziatoren. Mit zunehmendem KI-Einsatz werden Käufer verstehen wollen: Welche AI-Tools werden genutzt? Wie wird sichergestellt, dass AI-generierte Inhalte akkurat und nicht irreführend sind? Wie wird Bias vermieden? Wie wird mit Datenschutz umgegangen? Outsourcing-Partner, die transparent über ihren AI-Einsatz kommunizieren und ethische Guidelines haben, werden einen Vertrauensvorsprung haben – besonders im compliance-sensiblen DACH-Raum.

    Wie funktioniert Vertriebsteam-Outsourcing im DACH-Markt?

    Der DACH-Markt hat spezifische Anforderungen, die bei Team-Outsourcing berücksichtigt werden müssen. Die wichtigste ist Sprachkompetenz und kulturelles Verständnis. Während in internationalen Tech-Unternehmen Business-Englisch akzeptiert wird, präferieren viele mittelständische DACH-Unternehmen die Muttersprache. Native oder near-native Deutschkenntnisse sind essentiell – nicht nur grammatikalisch korrekt, sondern mit natürlichem Sprachgefühl, Idiomen und kulturellen Referenzen. In der Schweiz müssen je nach Region auch Französisch, Italienisch und sogar Schweizerdeutsch-Kenntnisse vorhanden sein.

    Professionalität und Seriosität werden im DACH-Raum höher gewichtet als Charisma. Der typische "amerikanische Sales-Stil" – enthusiastisch, hyperbolisch, beziehungsorientiert – funktioniert oft nicht. Deutsche, österreichische und Schweizer Geschäftskunden erwarten: Sachliche, faktenbasierte Kommunikation, technische Kompetenz und Tiefe, beratender statt verkäuferischer Ansatz, Zurückhaltung statt Pushiness. Ihr ausgelagertes Team muss in diesem Stil kommunizieren können, auch wenn es in einer anderen Kultur sozialisiert wurde.

    DSGVO-Compliance ist nicht optional. Der Outsourcing-Partner und sein Team müssen DSGVO-konform arbeiten: Korrekte Rechtsgrundlagen für Kontaktaufnahmen (typischerweise berechtigtes Interesse im B2B), transparente Datenschutzerklärungen, sichere Datenspeicherung in der EU, Auftragsverarbeitungsvertrag, klare Prozesse für Opt-Outs und Löschungsanfragen. Ein Compliance-Verstoß kann zu massiven Bußgeldern (bis zu 20M Euro oder 4% des Jahresumsatzes) und Reputationsschäden führen. Prüfen Sie die DSGVO-Expertise Ihres Partners gründlich.

    Längere Sales Cycles müssen eingepreist werden. Kaufentscheidungen im DACH-Raum dauern typischerweise 30-50% länger als in angelsächsischen Märkten. Dies liegt an: Konsens-orientierter Entscheidungskultur (viele Stakeholder müssen zustimmen), gründlicher Due Diligence (alles wird detailliert geprüft), Risikoaversion (Bedenken werden ausgiebig diskutiert), formalen Prozessen (Budgetfreigaben, Legal-Reviews, Compliance-Checks). Setzen Sie realistische Erwartungen bezüglich Time-to-Revenue.

    Beziehungsaufbau braucht Zeit und kann nicht rushed werden. DACH-Kunden kaufen nicht impulsiv – sie brauchen Zeit um Vertrauen aufzubauen. Multi-Touch-Strategien über längere Zeiträume sind effektiver als aggressive Push-Taktiken. Ihr ausgelagertes Team sollte: Geduldig sein, kontinuierlich Wert liefern (hilfreiche Inhalte, relevante Insights), Beziehungen pflegen auch wenn kein unmittelbarer Deal in Sicht ist, langfristig denken.

    Präferierte Kommunikationskanäle unterscheiden sich. Cold Calling ist in Deutschland rechtlich und kulturell problematischer. LinkedIn und E-Mail sind die dominierenden First-Touch-Channels. Messen und Events spielen eine wichtigere Rolle – der DACH-Raum hat eine ausgeprägte Messe-Kultur. Wenn möglich, sollte Ihr ausgelagertes Team bei relevanten Messen präsent sein oder zumindest Pre- und Post-Event-Outreach koordinieren. Referenzen sind extrem wichtig – DACH-Käufer vertrauen Peer-Empfehlungen mehr als Marketing-Messages.

    Qualität über Quantität ist das Mantra. Während amerikanische Sales-Kulturen oft auf hohe Aktivitätszahlen setzen ("100 Calls per Day"), präferiert der DACH-Markt qualitative, gut recherchierte Ansprache. Ihr ausgelagertes Team sollte: Gründlich recherchieren vor jeder Kontaktaufnahme, individualisierte Messages erstellen (keine Copy-Paste-Templates), relevanten Kontext liefern (warum kontaktiere ich gerade diesen Prospect zu diesem Zeitpunkt?). Lieber 20 hochwertige Outreaches als 100 generische.

    Lokale Präsenz wird geschätzt, auch wenn nicht immer mandatory. Ein Outsourcing-Partner mit Office in Deutschland, Österreich oder der Schweiz signalisiert Commitment zum Markt. Bei hochpreisigen Enterprise-Deals wird oft erwartet, dass persönliche Meetings möglich sind. Die Bereitschaft, für wichtige Meetings zu reisen, ist ein Vertrauenssignal. Remote-First ist akzeptiert geworden, aber strategische Face-to-Face-Interaktionen bleiben wertvoll.

    Häufig gestellte Fragen (FAQ)

    Wie schnell kann ein ausgelagertes Vertriebsteam starten?

    Ein professioneller Outsourcing-Partner kann typischerweise innerhalb von 3-6 Wochen operational sein. Woche 1-2: Team-Allokation, initiales Briefing, Tool-Setup. Woche 3-4: Intensives Onboarding, Produkttraining, Playbook-Entwicklung. Woche 5-6: Erste operative Aktivitäten unter enger Supervision. Ab Woche 7-8: Volle Produktivität. Dies ist 3-4x schneller als der Aufbau eines internen Teams.

    Was kostet ein ausgelagertes Vertriebsteam typischerweise?

    Die Kosten variieren je nach Modell und Seniority. Als Richtwerte im DACH-Raum: Ein dedizierter SDR/BDR kostet 3.000-6.000€ pro Monat (Grundgebühr) plus Performance-Boni. Ein Account Executive 5.000-10.000€ pro Monat plus höhere Performance-Komponente. Ein komplettes Team (2-3 SDRs, 1-2 AEs, 1 Sales Manager) kostet 20.000-50.000€ pro Monat. Offshore-Teams können 40-60% günstiger sein, haben aber oft Quality-Trade-offs.

    Wie stellen Sie sicher, dass das ausgelagerte Team Ihre Marke richtig repräsentiert?

    Durch: Intensives Onboarding mit klaren Brand Guidelines, regelmäßige Quality Assurance (Review von Calls und E-Mails), strukturiertes Feedback und Coaching, Mystery-Shopping (lassen Sie sich selbst kontaktieren), enge Kommunikation und Alignment, kontinuierliche Training-Refreshers. In der Anfangsphase sollten 100% der Aktivitäten reviewed werden. Ein professioneller Partner wird eigene QA-Prozesse haben und Ihr Feedback wertschätzen.

    Kann man ausgelagerte und interne Teams kombinieren?

    Absolut – Hybrid-Modelle sind oft optimal. Typische Kombinationen: Ausgelagerte SDRs für Top-of-Funnel + interne AEs für Closing, ausgelagertes Team für SMB/Mid-Market + internes Team für Enterprise, ausgelagerte Spezialisten für neue Märkte + internes Team für Core-Business. Diese Kombination maximiert Stärken: Externe bringen Skalierbarkeit und Spezialisierung, Interne bringen tiefe Produktkenntnis und kulturelles Alignment.

    Was passiert wenn die Performance nicht stimmt?

    Professionelle Verträge sollten Performance-Klauseln und Ausstiegsoptionen enthalten. Typisch: Nach einer initialen Ramp-up-Phase (90-120 Tage) werden definierte KPIs gemessen. Wenn diese nicht erreicht werden, sollten Sie das Recht haben, das Engagement mit kurzer Frist (30-60 Tage) zu beenden. Wichtig ist auch eine strukturierte Review-Prozedur: Identifizieren Sie erst, warum die Performance nicht stimmt (falsches Targeting? Schlechtes Messaging? Unzureichende Produktkenntnis?), geben Sie dem Partner Gelegenheit zu korrigieren, beenden Sie erst wenn keine Verbesserung erkennbar ist.

    Key Takeaways

    • Vertriebsteam-Outsourcing transformiert die Economics von kapitalintensivem Fixed-Cost zu flexiblem Variable-Cost-Modell und ermöglicht 3-4x schnelleren Start als interner Team-Aufbau.

    • Qualität schlägt Preis bei der Partnerauswahl – ein mittelmäßiger Partner kann Ihren Markt "verbrennen", ein exzellenter kann Ihre Vertriebsperformance transformieren.

    • Intensives Onboarding ist nicht optional – 3-4 Wochen umfassende Schulung zu Produkt, Markt und Wettbewerb sind essentiell für Erfolg.

    • Klare KPIs und Quality-Kriterien müssen von Tag 1 definiert sein – nutzen Sie Frameworks wie BANT oder MEDDIC zur Standardisierung von Lead-Qualität.

    • Technologische Integration ist erfolgskritisch – das ausgelagerte Team sollte direkt in Ihrem CRM arbeiten für Transparenz und nahtlose Übergaben.

    • Im DACH-Markt sind native Sprachkenntnisse und kulturelles Verständnis essentiell – Akzent und kulturelle Missverständnisse untergraben Professionalität erheblich.

    • DSGVO-Compliance ist nicht verhandelbar – Auftragsverarbeitungsvertrag, sichere Datenspeicherung und rechtssichere Kontaktaufnahme sind Pflicht.

    • Hybrid-Modelle bieten oft optimalen Wert – Kombination aus ausgelagerten SDRs und internen AEs maximiert Effizienz beider Ressourcen.

    • Performance-orientierte Vertragsmodelle schaffen richtiges Alignment – Kombination aus Grundgebühr und Success-Fee ist oft optimal.

    • Realistische Erwartungen bezüglich Timeline sind wichtig – 2-3 Monate für substanzielle Pipeline, 6-12 Monate für signifikanten Revenue-Impact.

    • Kontinuierliche Quality Assurance und Coaching sind Pflicht – nutzen Sie Conversation Intelligence Tools für data-driven Feedback.

    • Vermeiden Sie vollständige Abhängigkeit – nutzen Sie Outsourcing auch als Lernmöglichkeit um parallel interne Kapazitäten aufzubauen.

    • Die Zukunft ist AI-augmentiert und outcome-based – Partner, die KI systematisch nutzen und rein erfolgsbasiert abrechnen, werden dominieren.

    • Qualität über Quantität im DACH-Markt – 20 hochindividualisierte Outreaches sind wertvoller als 100 generische.

    • Transparente Kommunikation zu Stakeholdern schafft Buy-In – erklären Sie proaktiv warum und wie Sie outsourcen.

    Fazit

    Das Outsourcen von Vertriebsteams ist für viele B2B-Unternehmen im DACH-Raum eine strategische Option, die schnellere Markterschließung, flexiblere Skalierung und Zugang zu spezialisierter Expertise ermöglicht. Die Transformation von kapitalintensiven Fixed-Cost zu performanceorientierten Variable-Cost-Modellen bietet erhebliche strategische und finanzielle Vorteile.

    Der Erfolg hängt jedoch von sorgfältiger Partner-Auswahl, intensivem Onboarding, klaren KPIs und kontinuierlichem Management ab. Unternehmen, die Outsourcing als strategische Partnerschaft verstehen statt als reine Vendor-Beziehung, erzielen die besten Resultate. Mit dem richtigen Ansatz kann ein ausgelagertes Vertriebsteam Ihr Wachstum erheblich beschleunigen.

    Bereit, Ihr Vertriebswachstum zu beschleunigen? Kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches Beratungsgespräch und erfahren Sie, wie ein professionelles ausgelagertes Vertriebsteam Ihre Pipeline füllen und Ihren Umsatz steigern kann.


    Autor: Miguel Santos – Sales Strategist mit 15+ Jahren Erfahrung in B2B-Vertrieb und Lead-Generierung im DACH-Raum

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    Miguel Santos

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    Miguel Santos is the founder of Quota Engine with over 8 years of experience in B2B sales and revenue operations across DACH markets. He has helped 50+ companies build predictable sales pipelines and has generated over 10,000 qualified meetings for clients ranging from startups to Fortune 500 enterprises.

    Generated 10,000+ qualified B2B meetingsScaled 50+ companies into DACH markets8+ years B2B sales experienceFormer Head of Sales at SaaS unicorn

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